Dienstag, 18. September 2007

16. - 23. September Shanghai und Nanjing



Wie unschwer zu erahnen ist, wenn hier ein neuer Beitrag auftaucht bin ich mal wieder unterwegs. Ziel dieser Tour ist der Traum aller Adventure-Gourmets und Lebensmüden: China.
Allerdings steht am Anfang jeder Reise erstmal ein Flug. Dazu später – ich gehe noch einen Schritt zurück oder auch zwei. Dieser Trip fällt leider unfreiwillig länger aus als unbedingt nötig. Da keine Rückflüge zu bekommen waren, darf ich noch ein Wochenende in Shanghai bleiben, wenn ich es bis dahin überhaupt überlebe….
Der Spaß ging dann beim einchecken weiter: Da ich nicht vollständig lernresistent bin, habe ich mittlerweile meine Vorliebe für den Vorabend Check-in entdeckt. Auf Lanstrecken läßt sich so meistens ein prima Platz ergattern. Also brav am Vorabend zum Flughafen, obwohl ich gar keine Lust hatte. Koffer vor den Schalter geworfen und dann kam die Frage: „Ein Visa für China haben Sie schon?“ – gar keine Frage: eine seitenfüllenden Aufkleber habe ich neuerdings in meinem Reisepaß. Dummerweise lag das gute Stück trocken und warm daheim…
Neuer Tag, neues Glück. Da ich Sonntag irgendwie nicht besonders lange schlafen lange schlafen konnte, habe ich einchecken Teil 2 in Angriff genommen, diesmal mit Paß und ohne Probleme. Die hatten sich dann für den weiteren Reiseverlauf zu einer intergalaktischen Problemanhäufung zusammengeballt.
Als ich dann gegen 18:00 am Flughafen ankam war noch alles OK und ganz nett. Ich habe sogar den Industriebetreuer meiner Diplomarbeit getroffen, der mittlerweile bei einem anderen Elektrokonzern mit „S“ arbeitet.
Leider mußte ich feststellen, daß für meinen Flug nach München bereits 30 Minuten Verspätung anstanden. „Kein Problem“ dachte ich – mit der Verspätung bleiben noch mindestens 30 Minuten zum Umsteigen und außerdem wird bei Interkontinentalflügen auf die Nachzügler gewartet. Mein Begleiter war mittlerweile auch angekommen und wir bedienten uns erstmal in der Lounge. Soweit der Plan. Wir hatten uns gerade das erste geistvolle „verdammt ich muß schon Sonntag weg und dann auch noch so lange“ Getränk organisiert, als wir dann auch schon ausgerufen wurden. Am Loungeschalter wurde uns dann mitgeteilt, daß unser Gepäck ausgeladen wurde und wir es mal vom Band holen sollen. Danach könnten wir dann mal zum Ticketschalter gehen, weil wir den Anschlußflug nach Shanghai in München ohnehin nicht bekommen würden. Unser Argument, daß 15-20 Minuten mit Unterstützung der Lufthansa eigentlich ausreichen sollten, wurde erstmal nicht zur Kenntnis genommen. Nachdem wir der Dame dann erklärt hatten, daß wir bestimmt nicht zum Spaß nach China wollen und vor allen Dingen von München aus mit einem Kunden zusammen weiterfliegen wollen setzte eine gewisse Einsicht ein. Wir „durften“ dann auf unser Risiko nach München fliegen und kamen dort auch mit einem akzeptablen Zeitpolster an. Die Crew hatte unseren Transfer von Ankunfts- zum Abfluggate organisiert und wir wurden mit Höchstgeschwindigkeit mit dem Golfcar durch den Flughafen chauffiert.
Am Gate wurde uns dann auch noch gesagt, daß unser Gepäck mitkommt – alles kein Problem.
Der Vogel war der übliche 340-600 in der tollen 2-4-2 Bestuhlung in der Economy Class. D kommt natürlich nur eine zweier Reihe in Frage und nicht der ätzende Mittelblock. War natürlich kein Problem, denn Dank Vorabend Check-in hatte wir einen zweier (Sitz 36 A – ich und C – mein Begleiter) kurz hinter der Tragfläche. Wir gingen dann noch mal kurz gucken, ob unser Kunde auch an Bord war – ja, irgendwo im vierer Block in Reihe 50plus – hihi. Dann hab eich noch ein Ex-Fachschaftsratmitglied meiner alten Hochschule getroffen, die jetzt mir ihrer Diplomarbeit in China anfängt. Sehr witzig, da lange nicht gesehen. Und dann kam Herr Gung. Herr Gung hatte auch eine Boardkarte für 36C und wollte dort auch gerne sitzen, da Gangplatz. Klare Feststellung von unserer Seite: nix da, auf unseren Boardkarten steht auch 36C und außerdem sitzen wir schon. Damit ließ sich Herr Gung leider nicht abwimmeln, sondern kam mit einer aufgeregten, mit einem Stapel Papier wedelnden Stewardeß zurück. Nun wurde es recht interessant: Laut der ominösen Liste sollte Herr Gung auf 36C, mein Begleiter auf 36A (meinem Sessel) und ich auf 52E!!!! (mitten im Mittelblock !!!) sitzen. Geht ja gar nicht!!! Herr Gung wollte allerdings auch nicht nach 52E, da er einen Gangplatz haben wollte. Der einzige freie Gangplatz war neben einem Senatorstatus Kasper der unbedingt alleine in einer Zweierreihe sitzen wollte – da hat das Geld wohl nicht für die Businessclass gereicht… Wir haben uns geweigert unseren Platz zu verlassen, zumal aus unseren Boardkarten auch klar hervorging, daß wir als Gäste Nummer sechs und sieben eingecheckt hatten und Herr Gung als 138ster. Um es ein wenig abzukürzen: Herr Gung bekam seinen Gangplatz und ein Senator-Kasper war beleidigt. Witzig war nur, daß auf meinem Sonderessen (schmeckt in der Regel besser und man bekommt es ziemlich zu Beginn der Fütterung) mein Platz mit 36A aufgedruckt war.
Der Flug verlief dann recht unspektakulär bis auf meine geliebte Achterbahnfahrt über Sibirien und der Tundra – sehr schön, der Aktion viel dann auch ein Notebook ein paar Sitze vor uns zum Opfer, als der Stewardeß eine Wasserflasche entglitten ist…
Als wir dann die Einreise in Shanghai mit diversen Formularen und Warteschlangen hinter uns gebracht hatten, ereilte uns Herr Gung’s Fluch.
Wir hatten erst vermutet, daß er jemanden beim Zoll kennt, der uns aus dem Verkehr zieht, aber es kam noch besser… Irgendwann stand ein Chinese mit dem Schild „Alles Gepäck ist ausgeladen“. Leider waren unsere Koffer nicht dabei. Ermittlungen von China Eastern (in Shanghai für Lost and Found der LH zuständig) ergaben, daß wir frühestens Dienstag oder Mittwoch mit unseren Koffern rechnen dürfen. Ganz TOLL – wir haben absolut keine Klamotten dabei, die für ein Meeting geeignet sind. Als wir dann gegen 23:00 Uhr in Nanjing ankamen hatte auch schon sämtliche Geschäfte geschlossen. Unser Kunde hat uns dann mit je einem Oberhemd und einer Krawatte ausgeholfen. Für Socken und Unterhosen kamen dann Shampoo und Fön zu Einsatz. Einen anderen Fluggast hatte es noch toller getroffen. Der sollte für die GKSS einen Vortrag am kommenden Tag halten und der hatte niemanden, der ihm etwas leihen konnte. Die Kulanzregeln, die China Eastern anwendet weichen leider völlig von den mir bekannten ab, aber wenn ein Chinese auf stur schaltet geht gar nicht mehr.
Der Tag endete dann mit einer sehr spannenden vierstündigen Autofahrt nach Nanjing (hier wird ein unbeschreiblicher Stil gefahren) und einem Abendessen in einer Taco-Bar in der es Tapas und Köstritzer gab.
Nun hoffen wir nur, daß unsere Klamotten bald ankommen.






mal wieder eine der unvermeidbaren Nachtaufnahmen - diesmal die Altstadt von Nanjing









Also meine China-Begeisterung ist bis jetzt ziemlich begrenzt und wenn es zum Thema Nahrungsausnahme geht hört es ganz auf. Hier zu sehen: links gekochter Glibber; rechts Knochen in Spüli-Wasser und das war noch nicht das schlimmste...

Shanghai Flughafen auf dem Weg zum LH Schalter


der erste Eindruck vom Land: vile Beton und viel Verkehr



auf dem Weg nach Nanjing... mit dem Helldriver...

Ein Blick in einen neuen smogreichen Tag aus dem Grand Hotel Nanjing. Das Grand und die 5 Sterne haben die Jungs auch an der Losbude geklaut. Preise haben sie dafür wie ganz große, in der Hotelboutique (die natürlich immer zu ist, wenn wir kommen) kostet ein chinesisches No-Name Hemd stolze 75 Euro - noch Fragen??? Nur von mir eine Antwort: Das Hemd könnte man zum Kostümfest anziehen...

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Ich bin ja nur glücklich, dass Du ich nicht im Auge des Taifuns befindest! Komm bald wieder!
Liebe Dich
Nike

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.